Weitblick 3 – Kurvenreich im Odenwald
Verkehrssicherheit, Kommunikation und Verantwortung in Verkehr und Gesellschaft
Worum geht es?
Weitblick – Kurvenreich im Odenwald ist ein fünftägiges Bildungsurlaubsseminar für erfahrene Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie wir Situationen frühzeitig wahrnehmen, angemessen entscheiden und verantwortlich handeln können – im Straßenverkehr ebenso wie im beruflichen Alltag.
Das Motorrad bietet dafür ein besonders unmittelbares Lernfeld. Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Entscheidungsfähigkeit, Kommunikation und Verantwortungsübernahme werden nicht nur theoretisch besprochen, sondern in konkreten Verkehrssituationen erlebt und anschließend gemeinsam reflektiert.
Die praktischen Lernphasen sind deshalb kein Selbstzweck. Sie sind methodischer Bestandteil unseres strukturierten Bildungsprozesses.
Dein roter Faden in dieser Woche:
wahrnehmen → bewerten → entscheiden → handeln → kommunizieren → zusammenarbeiten → Verantwortung übernehmen
Was hat das mit dem Beruf zu tun?
Viele Situationen, die beim Motorradfahren unmittelbar erfahrbar werden, finden sich auch im Berufsalltag wieder.
- Wie nehme ich relevante Informationen wahr?
- Wie treffe ich Entscheidungen unter Zeitdruck?
- Wie gehe ich mit Unsicherheit und Risiken um?
- Wie kommuniziere ich eindeutig?
- Wie verhalte ich mich in einer Gruppe?
- Wann passe ich mich an – und wann muss ich eine eigenständige Entscheidung treffen?
Diese Fragen werden im Seminar zunächst anhand konkreter Erfahrungen im Straßenverkehr bearbeitet und anschließend auf den beruflichen Alltag übertragen.
Damit geht es nicht nur um Verkehrssicherheit, sondern auch um fachübergreifende berufliche Kompetenzen wie Wahrnehmung, Entscheidungsfähigkeit, Kommunikation, Kooperation und verantwortliches Handeln.
Das Motorrad als Lernmedium
Das Seminar knüpft an den pädagogischen Ansatz des DVR-Sicherheitstrainings an.
Praktische Übungen werden dabei mit Gesprächen, Reflexion und der Auseinandersetzung mit konkreten Erfahrungen verbunden. Der DVR stellt unter anderem die richtige Einschätzung von Risiken, das frühzeitige Erkennen von Gefahren und die Vermeidung kritischer Situationen in den Mittelpunkt.
Bei „Weitblick“ wird dieser Ansatz um einen ausdrücklich beruflichen und gesellschaftspolitischen Bildungsauftrag erweitert.
Die Teilnehmenden erfahren beispielsweise:
- wie Blickführung und Aufmerksamkeit die Wahrnehmung beeinflussen,
- wie Geschwindigkeit und Linienwahl Handlungsmöglichkeiten verändern,
- wie Entscheidungen unter Zeitdruck entstehen,
- wie das eigene Verhalten auf andere wirkt,
- wie Menschen innerhalb einer Gruppe kommunizieren,
- wie Verantwortung in unterschiedlichen Rollen verteilt wird,
- wie Gruppendruck Entscheidungen beeinflussen kann.
Die praktische Fahrt wird jeweils vorbereitet und anschließend ausgewertet.
Nicht die fahrerische Leistung ist das Lernziel, sondern die Auseinandersetzung mit dem eigenen Wahrnehmen, Entscheiden und Handeln.
Verkehr ist mehr als Fortbewegung
Verkehr ist ein gesellschaftlicher Raum, in dem Menschen mit unterschiedlichen Interessen und Bedürfnissen aufeinandertreffen.
Deshalb beschäftigt sich das Seminar auch mit Fragen wie:
- Wie wird gemeinsamer Verkehrsraum genutzt?
- Wie lassen sich individuelle Mobilität und Sicherheit miteinander vereinbaren?
- Welche Verantwortung haben die einzelnen Verkehrsteilnehmenden?
- Warum entstehen Konflikte und Missverständnisse im Straßenverkehr?
- Welche Bedeutung haben Regeln und gegenseitige Rücksichtnahme?
- Wie verändert sich Mobilität und welche Herausforderungen entstehen daraus?
Diese gesellschaftspolitische Perspektive ist fester Bestandteil des Seminars und umfasst insgesamt sechs Zeitstunden.
Keine Motorradtour – sondern Lernen mit dem Motorrad
Das Seminar ist ausdrücklich keine touristische Motorradtour und keine Freizeitveranstaltung.
Die Auswahl der Fahrstrecken erfolgt nicht danach, ob sie besonders attraktiv oder kurvenreich sind, sondern danach, ob sie geeignete Lern- und Erfahrungsräume für die jeweiligen Themen bieten.
Auch die praktischen Fahrphasen sind keine freien Ausfahrten. Sie sind:
- in konkrete Lernziele eingebettet,
- angeleitet,
- beobachtungsorientiert,
- mit Reflexionsphasen verbunden und
- auf den Transfer in Berufs- und Verkehrsalltag ausgerichtet.
Die fünf Seminartage
Tag 1 – Verkehrssicherheit und die eigene Verantwortung
Wir beschäftigen uns mit Verkehrssicherheit als persönlicher und gesellschaftlicher Aufgabe.
Die Teilnehmenden setzen sich mit Risikowahrnehmung, Aufmerksamkeit, eigenen Grenzen und Handlungsmöglichkeiten auseinander. In praktischen Lernphasen erfahren sie, wie Wahrnehmung und Blickführung die verfügbaren Handlungsmöglichkeiten beeinflussen.
Schwerpunkte:
- Verkehrssicherheit und gesellschaftliche Verantwortung
- Mobilität und berufliche Wege
- Risikowahrnehmung
- Aufmerksamkeit und Blickführung
- Handlungsmöglichkeiten in kritischen Situationen
- persönlicher Transfer
Tag 2 – Wahrnehmen, entscheiden und sicher handeln
Der zweite Tag führt von der gesellschaftlichen Betrachtung des Verkehrsraums in die konkrete Verkehrssituation.
Die Teilnehmenden untersuchen, wie Wahrnehmung, Geschwindigkeit, Linienwahl und Sicherheitsreserven miteinander zusammenhängen.
Schwerpunkte:
- Mobilität und gemeinsamer Verkehrsraum
- frühzeitige Wahrnehmung
- Blickführung
- situationsgerechte Linienwahl
- Entscheidungsfähigkeit
- sichere Gruppenfahrt
- Umgang mit Zeit- und Gruppendruck
Tag 3 – Kommunikation und Verständigung im Straßenverkehr
Kommunikation findet im Straßenverkehr ständig statt – häufig ohne Worte.
Die Teilnehmenden erfahren, wie Geschwindigkeit, Position, Abstand und andere Verhaltensweisen als Signale wahrgenommen werden und wie leicht daraus Missverständnisse entstehen können.
Die Erfahrungen werden anschließend auf Kommunikation und Zusammenarbeit im Beruf übertragen.
Schwerpunkte:
- Verkehrskultur und gegenseitige Rücksichtnahme
- Regeln und gesellschaftliche Verständigung
- nonverbale Kommunikation
- Wahrnehmung und Interpretation
- Kommunikation in der Gruppe
- Missverständnisse und Feedback
- Kommunikation im Berufsalltag
Tag 4 – Zusammenarbeit, Verantwortung und Führung in der Gruppe
Eine Gruppe funktioniert nicht automatisch, nur weil alle dasselbe Ziel haben.
Anhand der Gruppenfahrt werden unterschiedliche Rollen, Verantwortung, Führung, Kooperation und Gruppendruck praktisch erfahrbar.
Die Erfahrungen werden anschließend auf Teams und Zusammenarbeit im beruflichen Alltag übertragen.
Schwerpunkte:
- Regeln und gemeinsames Handeln
- individuelle Freiheit und Verantwortung
- Rollen innerhalb einer Gruppe
- Führung und Folgen
- gegenseitige Unterstützung
- Umgang mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Bedürfnissen
- konstruktiver Widerspruch
- Verantwortung im Team und im Beruf
Tag 5 – Verantwortung übernehmen und sicher handeln
Am letzten Tag werden die Erkenntnisse der Woche miteinander verbunden.
In einer abschließenden praktischen Lernfahrt wenden die Teilnehmenden die erarbeiteten Inhalte in einer zusammenhängenden Situation an. Anschließend werden die Erfahrungen ausgewertet und auf den persönlichen Berufs- und Verkehrsalltag übertragen.
Schwerpunkte:
- Erkenntnisse miteinander verbinden
- praktische Anwendung
- Verkehrssicherheit als gesellschaftliche Aufgabe
- zukünftige Mobilität
- persönlicher Transfer
- konkrete Verhaltensänderungen
Am Ende steht die Frage:
Was möchte ich nach dieser Woche in meinem Berufs- und Verkehrsalltag anders oder bewusster tun?
Für wen ist das Seminar geeignet?
Das Seminar richtet sich an erfahrene Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer, die ihr eigenes Verhalten reflektieren und ihre Handlungssicherheit im Straßenverkehr weiterentwickeln möchten.
Vorausgesetzt werden:
- gültiger Motorradführerschein
- ausreichende Fahrpraxis
- sicherer Umgang mit dem eigenen Motorrad im öffentlichen Straßenverkehr
- Bereitschaft zur aktiven Teilnahme an theoretischen, praktischen und reflektierenden Lernphasen
Das Seminar ist kein Einsteigerkurs und keine sportliche Fahrveranstaltung.
Was nehmen die Teilnehmenden mit?
Nach dem Seminar können die Teilnehmenden:
- Verkehrssituationen bewusster und früher wahrnehmen,
- Risiken und Handlungsmöglichkeiten besser einschätzen,
- Entscheidungen auch unter Zeitdruck reflektierter treffen,
- eigene Sicherheitsreserven bewusster berücksichtigen,
- ihr Verhalten gegenüber anderen Verkehrsteilnehmenden besser einschätzen,
- nonverbale Kommunikation bewusster einsetzen und interpretieren,
- in Gruppen verlässlicher kommunizieren und zusammenarbeiten,
- Gruppendruck und unterschiedliche Interessen erkennen,
- Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen,
- die gewonnenen Erfahrungen auf Situationen im Berufsalltag übertragen.
Viel gelesen und doch noch Fragen?
- Rund ums Fahren: mail@kurvenreich.bike
- Rund um den Bildungsurlaub (anderes Bundesland, etc): austausch@kurpfalz-institut.de
Gut zu wissen
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Die Arbeitgeberinformationen zur Beantragung dieses Bildungsurlaubs, inklusive dem Stundenplan und wichtigen Informationen, kannst Du herunterladen, wenn Du dem Link in Deiner Bestätigungs-E-Mail folgst. In Deinem persönlichen Konto findest Du auch nach Abschluss der Maßnahme Deine Teilnahmebescheinigung.
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Weiterführende Information im Bereich "Mehr Informationen" im unteren Drittel dieser Seite.
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Es muss vor Ort eine Haftungserklärung unterschrieben werden.
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Der Bildungsurlaub findet bei jedem Wetter statt. Der Ablauf kann sich wetterbedingt leicht ändern – wir bleiben dabei stets flexibel
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Der Bildungsurlaub ist mehr als aufeinanderfolgende Tagesseminare. Wir verbringen die gesamte Seminarwoche gemeinsam vor Ort und übernachten auch gemeinsam in der Unterkunft. Das gehört zu unserem Konzept: Die Gespräche und der Austausch enden nicht mit dem letzten Seminarblock des Tages. Beim gemeinsamen Abendessen, in geselliger Runde oder beim Austausch über die Erlebnisse des Tages entsteht ein wichtiger Teil der Gemeinschaft. Deshalb ist eine tägliche An- und Abreise vom eigenen Wohnort bei dem Bildungsurlaub nicht vorgesehen. Die gemeinsame Unterbringung ist Bestandteil des Seminarkonzepts und Voraussetzung für die Teilnahme.
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Das Kurpfalz Institut ist als Bildungseinrichtung bei der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) angemeldet. Für Teilnehmende an beruflichen Aus- und Fortbildungsmaßnahmen kann gesetzlicher Unfallversicherungsschutz gemäß § 2 Abs. 1 Nr. 2 SGB VII bestehen. Dieser umfasst grundsätzlich die versicherten Tätigkeiten während der Bildungsmaßnahme (§ 8 Abs. 1 SGB VII) sowie die damit verbundenen unmittelbaren Hin- und Rückwege (§ 8 Abs. 2 Nr. 1 SGB VII). Ob und in welchem Umfang Versicherungsschutz besteht, richtet sich nach den gesetzlichen Voraussetzungen und der jeweiligen Tätigkeit. Private Aktivitäten sind grundsätzlich nicht umfasst.
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Wir empfehlen den Abschluss einer Seminar-Rücktrittsversicherung, sofern keine gültige Reise-Rücktrittsversicherung vorliegt. Beispiele in denen erstattet wurde.
Anerkannt in folgenden Bundesländern
- Baden-Württemberg
- Nordrhein-Westfalen
- Saarland
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